Waffeln mit Sahne und Erdbeeren

Waffeleisen Gestaltung und Bildschmuck

 

Waffeln waren lange Zeit ein verbreitetes Festgebäck, welches zum Neujahrsfest, zur Hochzeit und während der Fastnachtszeit gereicht wurde. Zu diesen Festen wurden sie an Knechte und Mägde oder als Dank für gute Wünsche verschenkt. Die textliche und bildliche Gestaltung war auf diese Anlässe ausgerichtet und dem jeweiligen künstlerischen Zeitstil unterworfen. Außerdem gehörte zu jeder Brautaussattungen ein Waffeleisen. Sie waren als Gebäck verbreitet zum Neujahrsfest, Hochzeiten und zur Fastnachtszeit verbreitet. Hier wurden sie besonders an Knechte und Mägde verschenkt, um ihnen seinen Dank auszudrücken oder einfach, um ihnen Glück zu wünschen. Seit der 2. Hälfte des 13. Jahrhunderts waren die Waffeleisen reich graviert. Selbst, wenn die Gestaltung der Waffeleisen das gleiche Thema behandelte, gab es kaum Übereinstimmungen. Der jeweilige Gestalter blieb aber in den meisten Fällen anonym. Nur sehr selten gab es Namensangaben oder Namenszeichen. Mit der Umstellung auf die industrielle Guß- und Schmiedetechnik verarmte das künstlerische Aussehen der Waffeleisen. Die geschmiedeten Eisen hatten einheitliche Muster, die im Gußverfahren hergestellten hatten keinen besonderen Schmuck mehr, sondern nur noch ein Wabenmuster. Die textlich gestalteten Waffeleisen nahmen einen Bezug auf das Gebäck selbst oder den Anlass des Backens, wie zum Beispiel „Es kommt die Fastnachtzeit, da werd ich wohl gemacht, es wird auch manche Zeit, dabei wohl zugebracht (Neuerstadt, Kreis Schweinitz, 1863)“. Oft wurde Name, Beruf und Wohnort des Auftraggebers eingraviert. Aber oft war es auch der Name der Braut, zu deren Aussteuer das Waffeleisen gehörte oder der Name des Schenkenden. Auch Bibelzitate und fromme Inschriften waren weit verbreitet. Außerdem wurde auf vielen Waffeleisen das Entstehungsjahr eingraviert.

 

Techniken für Bildschmuck

 
Waffeln mit Puderzucker

Nach Beobachtung wurden die geschmiedeten Waffeleisen mindestens ab dem 15. Jahrhundert mit drei Techniken verziert. Hier gibt es die Meißeltechnik. Bei dieser wurde mit der linken Hand ein Flach- oder Kreuzmeißel gehalten, mit dem Handhammer wurde dann darauf geschlagen. Durch diese Technik konnte die verschiedensten Gestaltungen entwickelt werden. Bei der Graviertechnik wurde die Arbeit allein durch den Druck der Hand, also ohne Hammer, ausgeführt. Die Graphiklinien wurden frei aus der Eisenplatte herausgeschält. Flächen wurden durch Strichelung oder Punzierung, Schlag neben Schlag, ausgefüllt. Bei der Arbeit mit den Formstempeln werden immer wiederkehrende Einzelheiten der Ornamentik und Bilddarstellung durch einen Formstempel eingeschlagen. Viele Eisen sind so ohne eine vorherige Vorlage entstanden, andere zeugten aber von einer sehr planvollen Gesamtgestaltung. Bei den runden Eisen wurde häufig der eingeschlagene Mittelpunkt für die Bildorientierung genutzt. Verziert wurden sie dann mit einem Mittelbild und eine am Rand umlaufende Ornamentik oder Inschrift. Die rechteckigen Eisen bieten einen Raum von links nach rechts angeordnete Bildfolgen oder Intschriften.

 

Gebrauch von Waffeleisen

 

Durch die Waffeleisen wurde es möglich, die üblichen flachen, runden Teige mit einfachen Mitteln durch das Backen zu schmücken. Zuvor musste jeder Teig einzeln durch hölzerne Backschaufeln oder Brotstempel verziert werden. Nun konnte man in kurzer Zeit größere Mengen an Waffeln herstellen. Es wird davon ausgegangen, dass der kirchliche und weltliche Gebrauch von Waffeleisen einher ging. So konnten sie einerseits zum Backen von Hostien und andererseits zum Backen von Jahres-, Fest- oder Hochzeitswaffeln genutzt werden. Das Waffeleisen wurde beidseitig über dem Feuer erhitzt. Hierzu wurde oft ein Dreifuß verwendet. Dann wurde es mit Butter oder Speck eingefettet. Darauf wurde ein Löffel voll Teig gegeben und das Eisen wurde dann zunächst von der einen und dann von der anderen Seite auf den Dreifuß über das Feuer gelegt, bis das Gebäck fertig war. Um ein Auslaufen des Teiges zu verhindern, durften die Backplatten nicht allzu fest aufeinander gedrückt werden. Abgelöst wurde die fertige Waffel dann mit einem Messer.

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